An der Gedenkstätte MOHYLA in Tachov/Tachau bekräftigte die Seliger-Gemeinde ihr Versprechen „Nie wieder“. Mit dabei Petr Vrána, Bürgermeister von Tachov (vordere Reihe 2.v.li.), die beiden Bundesvorsitzenden Christa Naaß (li) und Helena Päßler (3.v.li.), die beiden ehemaligen Bundesvorsitzenden Albrecht Schläger MdL a.D.(3. Reihe 2.v.li.) und Dr. Helmut Eikam 2. Reihe 3.v.re.), die beiden ehemaligen Europa Abgeordneten Libor Rouček (3. Reihe 4.v.re.) und Milan Horáček (3.v.re.), die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörg Nürnberger (3. Reihe links) und Reinhold Strobl (2.Reihe re.) sowie die Teilnehmer des Frühjahrsseminar 2025 der Seliger-Gemeinde
Erinnern für die Gegenwart und für die Zukunft
Gedenkveranstaltung für die Opfer des Todesmarsches von 1945 in Tachov/Tachau
„Wir erinnern heute an die vielen Opfer des Nationalsozialismus. Wir erinnern in Bayern an die zahlreichen Opfer aus den Reihen der sudetendeutschen Sozialdemokratie. Wir erinnern aber auch in der Tschechischen Republik an die Opfer des Holocausts und der Todesmärsche“, so Christa Naaß am 26. April 2025 in ihrer Einführung am Mahnmal MOHYLA. Petr Vrána, Bürgermeister von Tachov, zeigte sich sehr erfreut über den Besuch aus Deutschland und die Gedenkveranstaltung in Tachov.
Mehr dazu unter: https://www.seliger-gemeinde.de/meldungen/92446-fruehjahrsseminar-2025/
Das elfte Gebot: „Du sollst nicht gleichgültig sein“
Weit über 30.000 Menschen wurden in den Jahren 1938-1945 hier und in den Außenlagern von Nazis ermordet. Es war eine planmäßige, fabrikmäßig organisierte Vernichtung von Menschen. Und dies geschah nicht hinter verschlossenen Türen – es geschah am helllichten Tage. Jeder konnte es wissen.
Das bis dahin Undenkbare ist geschehen. Und um es mit Primo Levi zu sagen – es kann wieder geschehen. Jeder zehnte junge Mensch in Deutschland kann mit dem Begriff Auschwitz nichts anfangen; wie es mit Flossenbürg ist, wage ich nicht zu beurteilen. Wie viele es in Tschechien sind, weiß ich nicht, aber die Organisation Post Bellum stellte fest, dass 60% der tschechischen jungen Leute nichts von Ereignissen des Jahres 1938 wissen. Und ganz aktuell: die Zahl rechtsextremer Straftaten an deutschen Schulen steigt an wie noch nie zuvor.
NIE WIEDER – das Bekenntnis der Seliger-Gemeinde zu 80 Jahre Kriegsendes. Am Abgang zum „Tal des Todes“ wo die Gedenktafel der Seliger-Gemeinde für die Sudetendeutschen Sozialdemokraten 2009 angebracht wurde, gedachten die Teilnehmer des Frühjahrsseminar den Opfern. Vor fast genau 80 Jahren, am 23.04.1945 wurde das Konzentrationslager Flossenbürg und die Überlebenden von US-amerikanischen Truppen befreit.
Es ist an uns Zeichen zu setzen
Die Erinnerung lebendig halten, aufmerksam und wachsam sein, sind unsere Aufgaben
Während der Exkursion zum Frühjahrsseminar der Seliger-Gemeinde ging es nach dem Gedenken in Tachau/Tachov weiter nach Flossenbürg. „Hier und in den Außenlagern wurden weit über 30.000 Menschen in den Jahren 1938-1945 von Nazis ermordet. Es war eine planmäßige, fabrikmäßig organisierte Vernichtung von Menschen. Und dies geschah nicht hinter verschlossenen Türen – es geschah am helllichten Tage. Jeder konnte es wissen“, so die Bundesvorsitzende Helena Päßler zu Beginn ihrer Rede.
Mehr dazu unter: https://www.seliger-gemeinde.de/meldungen/92429-fruehjahrsseminar-2025/
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland im Januar 1933 und direkt einsetzenden Verfolgung von politischen Gegnern, setzte eine Fluchtbewegung ein. Viele Sozialdemokraten gelangten so zum Beispiel in die Tschechoslowakei. Aber wie lebten sie hier als Flüchtlinge? In den Zeitungen der sudetendeutschen Sozialdemokratie erschien im November der untenstehende Artikel, der sich mit dieser Frage befasste.
80 Jahre Kriegsende und die Erinnerung an die sudetendeutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten
Im Mai wird es 80 Jahre her sein, dass der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Dies war der Tag der Befreiung vom Terror der Nationalsozialisten. Als Seliger-Gemeinde stehen wir in der Tradition der sudetendeutschen Sozialdemokratie und somit in der Tradition derjenigen Sudetendeutschen, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten und sich zugleich zur demokratischen Tschechoslowakei bekannten.
Der folgenden Verfolgung durch die Nationalsozialisten entgingen nur wenige durch Emigration in die Welt. Viele andere wurden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt.