
Christa Naaß, die Ko-Vorsitzende der Seliger-Gemeinde, der Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokrat*innen, gratuliert der Friedrich-Ebert-Stiftung zum 100. Geburtstag und damit zu 100 Jahre Einsatz für Demokratie und dankt für deren wichtige Arbeit:
Es gilt – damals wie auch heute – das Vermächtnis Friedrich Eberts – des ersten deutschen Staatsoberhaupts der 1918 errungenen Demokratie, zu bewahren und fortzuentwickeln. Eure Stiftung, die nach Friedrich Ebert benannt wurde, ist die älteste der heutigen Stiftungen und sie hat über die Jahrzehnte durch ihre Arbeit auch Maßstäbe gesetzt für Freiheit, für Gleichheit, für Bildungsgerechtigkeit und vor allem für Demokratiebildung.
Durch die weltweite Vernetzung mit mehr als 100 Auslandsbüros ist die FES nah dran an Konflikten, in Kriegssituationen, an wichtigen Themen wie internationale Gewerkschaftsarbeit, Stärkung der Zivilgesellschaft, internationale Zusammenarbeit und ist dadurch in der Lage Wirtschaft und Regierungshandeln durch ihr internationales Netzwerk zu beraten.
Gerade in der jetzigen Zeit, in der verstärkt die Bedrohung der Demokratie nicht nur von außen sondern auch von innen kommt, ist es wichtig, politische Bildung, Fortbildung für Menschen, die sich politisch, gewerkschaftlich oder gesellschaftlich engagieren, zu stärken. Deshalb muss auch sichergestellt werden, dass die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung wie auch die der anderen Stiftungen finanziell weiter sichergestellt ist.
Ich bedanke mich aber auch bei der Friedrich-Ebert-Stiftung für die vielfältige Zusammenarbeit und Unterstützung.
Ich erinnere daran, dass die Seliger-Gemeinde im Jahr 1989 ihr historisches „Seliger-Archiv“ in Stuttgart der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn zur weiteren Betreuung übergeben hat. Diesem Archiv ist auch eine historische Bibliothek angegliedert, die eine umfangreiche Sammlung von Primär- und Sekundärquellen zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung in den böhmischen Ländern enthält. Der in der Bibliothek des Seliger-Archivs vorhandene Bestand an gedruckten Veröffentlichungen aus der Zeit bis zum Ende des 2. Weltkrieges beläuft sich auf etwa 3700 monographische und etwa 700 periodische Veröffentlichungen. Darüber hinaus umfassen die Bibliothek und das Archiv noch einen Bestand von etwa 5.000 Bänden aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg.
Besonders möchte ich die enge Zusammenarbeit mit der FES in Prag hervorheben Wir hatten z.B. die Möglichkeit, die Ausstellung zum sudetendeutschen sozialdemokratischen Grafiker Georg Hans Trapp im virtuellen Ausstellungsraum der Prager Friedrich-Ebert-Stiftung zu zeigen. Außerdem unterstützte uns die Prager FES bei der Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer“ in der Bayerischen Repräsentanz in Prag und wirkte mit an dem deutsch-tschechischen Sammelband „Mut, Verantwortung, Zukunft“, in dem deutsche und tschechische Autor*innen die Geschichte der Seliger-Gemeinde beleuchten.
Im Namen der Seliger-Gemeinde hoffe und wünsche ich, dass durch die Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung die Vorteile der Demokratie für Viele wieder erfahrbarer wird, ganz im Sinne von Friedrich Ebert, der als Demokrat die Demokratie Deutschlands geprägt hat und die Notwendigkeit formuliert hat: „Demokratie braucht Demokraten“